Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart, Berlin


Das Bahnhofsgebäude, welches seit Anfang des 20. Jahrhunderts bereits als Museum genutzt wird, ist der letzte erhaltene Bahnhof der ersten Generation (Bauzeit 1846-1847). Vier Gleise regelten hier den Zugverkehr.

Bild Hamburger Bahnhof

Die alten Bahnhofshallen des Hamburger Bahnhofs beherbergen heute das Museum für Gegenwart

Übrig geblieben sind die architektonischen Merkmale: Die klassizistischen Turmbauten als Eingangstor und die damals sehr moderne Konstruktion aus Eisen und Glas. Seit 1996 beherbergt der Bahnhof das Museum für Gegenwart, das zu den erfolgreichsten Museen für zeitgenössische Kunst gehört. Den Umbau hat Josef Paul Kleihues geleitet. 

 

Aktuelle Ausstellung 17.03. bis 17.09.2017:

„moving is in every direction. Environments – Installations – Narrative Spaces“

Auch die aktuelle Ausstellung lässt sich durchaus sehen. Sie bietet vor allem Abwechslung durch begehbare und raumeinnehmende Installationen, die medienübergreifend auf den Besucher wirken und ihn einbeziehen.

So zum Beispiel die Arbeit von Qin Yufen „Making Paradise“, bei dem einzelne Objekte im Raum angeordnet und zueinander in Bezug gesetzt werden, die sowohl aus östlichen wie auch westlichen Kulturkreisen stammen. Die Künstlerin spielt mit den verschiedenen Materialien wie Stacheldraht und Seide und bezieht auch oilfaktorische (durch den Geruch chinesischer Heilkräuter) und auditive Wahrnehmung (durch eine Soundinstallation) der Besucher mit ein, sodass ein multisensuelles Erlebnis beim Durchwandern entsteht.

Detail of Qin Yufen: Making Paradise, 1996 – 2002

Historisch bewegt sich die Ausstellung von Allan Kaprows 1958 eingeführten „Environments“ über die „Situations“ von Dan Flavin oder Wolf Vostells „Räume“ der 1960er- und 1970er-Jahre bis hin zu der in den 1980er-Jahren etablierten „Installation Art“. Der bis in die Gegenwart geltende Begriff „Installation“ setzte sich als Bezeichnung für eine den gesamten Raum gestaltende künstlerische Arbeit durch, wobei die jüngste Künstlergeneration physischen und virtuellen Raum verbindet. Als „Narrative Räume“ eröffnen die aktuellen Entwicklungen der installativen Kunst utopische Entwürfe über das gesellschaftliche Zusammenleben. – aus der Pressemitteillung zur Ausstellung

Barbara Bloom
Semblance of a House: Library, 2013

Neben temporär präsentierten Exponaten sind die im Außen- und Innenraum des Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin permanent installierten Arbeiten von Urs Fischer, Dan Flavin, Robert Kusmirowski und Bruce Nauman Teil der Ausstellung.

Susan Philipsz, War damaged Musical Instruments (Shellac), 2015

Die Ausstellung läuft noch bis zum 17.09., es bleibt also den Sommer über noch genug Zeit, an einem verregneten Tag durch die Ausstellungshallen zu schlendern und sich von den verschiedenen Kunstwerken inspirieren zu lassen und die schöne, alte Bahnhofsarchitektur zu bestaunen.

Die Ausstellung wird kuratiert von Anna-Catharina Gebbers und Gabriele Knapstein / Kuratorische Assistenz: Ina Dinter.

 

all images © Isabelle Bommes 2017

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